Vermeidung von Schwarzarbeit


 Nach der bundeseinheitlich geregelten Handwerksordnung ist im Regelfall der große Befähigungsnachweis, in Form der Meisterprüfung, Voraussetzung für die selbständige Ausübung
 
eines Handwerksberufes. Diese gesetzliche Regelung hat sich bewährt, bietet sie doch für alle Auftraggeber die Gewähr für qualitativ hochwertige handwerkliche Leistungen und Sicherheit bei der Auftragsabwicklung.

 Handwerksrolle & Handwerkskammer
Nach der Handwerksordnung ist der selbständige Betrieb eines Handwerks als stehendes Gewerbe nur den in der Handwerksrolle eingetragenen natürlichen und juristischen Personen und Personengesellschaften (selbständige Handwerker) gestattet.

Die Handwerksrolle wird von der jeweils zuständigen Handwerkskammer geführt. Sie ist ein Verzeichnis, in welches die selbständigen Handwerker, die ihren Sitz im Bezirk der Handwerkskammer haben, eingetragen werden. Voraussetzung für die Eintragung ist im Regelfall die Meisterprüfung, die im Anschluß an die Gesellenprüfung und eine mehrjährige Tätigkeit als Gesellle in dem Handwerk bestanden sein muß.

Von dieser Regelung gibt es Ausnahmen. In die Handwerksrolle eingetragen werden und damit selbständig sein kann derjenige, dem die höhere Verwaltungsbehörde eine Ausnahmebewilligung zur selbständigen Ausübung eines Handwerks erteilt hat. Die Handwerkskammer bescheinigt die Eintragung in die Handwerksrolle durch Vergabe einer Handwerkskarte, mit der sich der Handwerksbetrieb legitimieren kann.

 Hände weg von der Schwarzarbeit!
Wer ein Handwerk – ohne in die Handwerksrolle eingetragen zu sein – selbständig betreibt, erfüllt den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit (sog. Schwarzarbeit), die mit Geldbußen bis zu 51.000,00 € - geahndet werden kann. Die Ordnungsbehörde kann aber auch die Fortsetzung des Betriebes untersagen. Das kann durch Schließung der Betriebs- und Geschäftsräume oder durch Stillegung von Baustellen erreicht werden.

Die Schwarzarbeit stellt also eine Ordnungswidrigkeit dar, die keinesfalls als ein Kavaliersdelikt einzustufen ist. Wichtig zu wissen ist auch, daß derjenige sich einer Ordnungswidrigkeit schuldig macht, der Aufträge an Schwarzarbeiter vergibt. Somit kann auch der Auftraggeber belangt werden.

 Risiken für den Auftraggeber
Die Auftragserteilung an einen sog. Schwarzarbeiter bringt vielfältige Risiken mit sich:
  • Gewährleistungsrisiko
  • Haftungsrisiko (Funktionsmängel, Sachschäden)
  • Abnahmerisiko
  • Qualitätsrisiken (Arbeit und Material)
  • Unfallrisiko
  • Ausgaben- und Steuerabsetzungsrisiko
Die Schwarzarbeit durch unberechtigte und – vielfach – Unqualifizierte ist insgesamt riskant und lohnt sich nicht. Den Schaden hat all zu oft der Auftraggeber, stets aber die Allgemeinheit.Stadt und Kreis Aachen haben seit dem 01. Januar 1999 eine spezielle Sondereinsatzgruppe zur Bekämpfung der Schwarzarbeit eingerichtet. So konnten in den Jahren 1999 bis 2001 rund 672.643 € an Bußgeldern verhängt werden.
Deshalb: Hände weg von der Schwarzarbeit.